#nachgefragt: Baukindergeld

Unser Experte Thomas Klenke beantwortet wissenswerte Fragen zum Thema Baukindergeld.

Baukindergeld: Wer es beantragen kann und was Sie über das Baukindergeld wissen sollten

Mit der staatlichen Förderung in die eigenen vier Wände

Das Baukindergeld soll Familien mit Kindern und Alleinerziehenden den Traum vom Eigenheim ermöglichen. Dabei spielt es keine Rolle, ob Sie selbst bauen, ein Haus oder eine Eigentumswohnung kaufen. In unserem #nachgefragt erklären wir Ihnen, wer das Baukindergeld beantragen kann, welche Voraussetzungen dafür eingehalten werden müssen und wie hoch die staatliche Förderung ausfallen kann.

Wer ist förderungsberechtigt und welche Bedingungen sind einzuhalten?

Von dem Baukindergeld profitieren Familien und Alleinerziehende, die ab dem 01.01.2018 ihre erste Wohnimmobilie zur eigenen Nutzung gekauft oder gebaut haben oder dies bis zum 31.12.2020 planen. Wichtig ist zu beachten, dass man an dem Tag, an dem der Kaufvertrag für die Wohnimmobilie abgeschlossen wird oder die Baugenehmigung erteilt wird, keine weiteren Immobilien besitzt oder Miteigentümer ist. Um den Zuschuss zu bekommen, ist es egal, wie groß die Immobilie ist. Allerdings muss der Kaufpreis ohne die Erwerbsnebenkosten höher sein als die Förderung durch das Baukindergeld. Möchte eine Familie mit drei Kindern eine Wohnung kaufen, dann muss diese mehr als 36.000 Euro kosten.

Bei der Frage, wer in der Familie den Antrag stellen soll, ist entscheidend, wer mit mindestens 50% im Grundbuch der Immobilie eingetragen und kindergeldberechtigt ist oder mit einer kindergeldberechtigten Person in einem Haushalt lebt. Der Antragsteller darf vorher keine Baukindergeldförderung erhalten haben. Gemeinsam darf das maximal zu versteuernde Haushaltseinkommen 75.000 Euro im Jahr, plus einem weiteren Freibetrag von 15.000 Euro je Kind nicht übersteigen.

Das Haushaltseinkommen ist die Summe aus dem Einkommen des Antragstellers und des Ehe- oder Lebenspartners oder des Partners aus eheähnlicher Gemeinschaft, wenn dieser im erworbenen Wohneigentum mit gemeldet ist.  

Wie hoch ist die Förderung?

Die Höhe der Förderung ist abhängig von der Anzahl der Kinder, die noch nicht das 18. Lebensjahr vollendet haben. Für jedes Kind werden maximal 10 Jahre lang 1.200 Euro pro Jahr gezahlt. Eine Familie mit drei Kindern erhält demnach 36.000 Euro innerhalb von 10 Jahren. Dabei muss zum Zeitpunkt der Antragstellung eine Kindergeldberechtigung vorliegen und das Kind muss mit im Haushalt leben. Für ein ungeborenes Kind oder Kinder, die erst nach dem Antrag aufgenommen werden, kann kein Baukindergeld beantragt werden. Außerdem ist jedes Kind nur einmal baukindergeldberechtigt.

Anzahl Kinder
Maximales Haushaltseinkommen
(75.000 Euro + 15.000 Euro pro Kind)
Baukindergeld pro Jahr Baukindergeld in 10 Jahren
1 90.000 1.200 12.000
2 105.000 2.400 24.000
3 120.000 3.600 36.000
4 135.000 4.800 48.000
5 150.000 6.000 60.000

Ist das Baukindergeld zweckgebunden?
Das Baukindergeld ist an keinen bestimmten Zweck gebunden. Das heißt, es kann frei verwendet werden. Die Förderung wird jährlich im selben Monat wie die Erstauszahlung für weitere neun Jahre ausgezahlt. Dabei gilt die Voraussetzung, dass das Wohneigentum weiterhin selbst genutzt wird.

Wo kann das Baukindergeld beantragt werden?
Das Baukindergeld kann ausschließlich online bei der KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau) im „KfW-Zuschussportal“ (www.kfw.de/zuschussportal) beantragt werden. Nachdem Ihr Antrag erfolgreich eingegangen ist, müssen Sie Ihre Identität per Video-Identifizierung oder Postident-Verfahren der Deutschen Post verifizieren.

Welche Unterlagen müssen eingereicht werden?
Nach der Verifizierung erhalten Sie eine Antragsbestätigung. Daraufhin haben Sie drei Monate Zeit, eine Kopie Ihres Grundbuchauszugs, Ihrer Meldebescheinigung und Einkommenssteuernachweise in das Onlineportal der KfW hochzuladen. Mit diesen Unterlagen bestätigen Sie, dass Sie förderberechtigt sind.

Einkommenssteuerbescheide
Eingereicht werden die Einkommenssteuerbescheide des Antragsstellers und des im Haushalt lebenden Ehe- oder Lebenspartners aus dem zweiten und dritten Jahr vor Antragstellung. Das heißt, wenn der Antrag in 2019 gestellt wird, dann sind die Einkommenssteuerbescheide aus 2016 und 2017 einzureichen.

Meldebescheinigung
Hiermit weisen Sie die Selbstnutzung Ihrer Immobilie, die Anzahl ihrer Kinder und ihres Ehe- oder Lebenspartners die bei Ihnen wohnen nach.

Grundbuchauszug
Mit Ihrem Grundbuchauszug bestätigen Sie, dass Sie eine Immobilie erworben oder gebaut haben.

Aktuell liegen bei der KfW noch technische Probleme vor, die voraussichtlich bis zum März 2019 andauern werden. Für Anträge, bei denen Unterlagen bis zum März 2019 hochgeladen werden müssen, verlängert sich die Frist bis zum 30.06.2019.
Obwohl derzeit kein Upload möglich ist, können die Anträge selbst aber schon gestellt werden.

Bis wann muss ich den Antrag stellen?
Die KfW fördert den Erwerb oder Neubau, wenn der Kaufvertrag zwischen dem 01.01.2018 und dem 31.12.2020 abgeschlossen oder im selben Zeitraum eine Baugenehmigung erteilt wurde. Dann müssen Sie innerhalb von drei Monaten nach Ihrem Einzug den Antrag auf das Baukindergeld stellen. Ausschlaggebend ist dabei das Datum Ihrer Meldebescheinigung.

Einzug zwischen dem 01.01.2018 und 18.09.2018
Eigentümer einer Wohnimmobilie, die im Jahr 2018 und vor dem 18.09.2018 ihre Immobilie bezogen haben, mussten bereits bis zum 31.12.2018 den Antrag auf das Baukindergeld stellen. Berücksichtigt werden dabei auch die Kinder, die spätestens drei Monate nach dem Einzug geboren wurden.

Unabhängig von den einzuhaltenden Fristen profitieren nur die Antragsteller, die ihre Förderung bis zum 31.12.2023 beantragen und nur solange, wie auch Bundesmittel zur Verfügung stehen. Sollten die Fördermittel vorher ausgeschöpft sein, besteht kein weiterer Anspruch mehr darauf.

Was passiert, wenn mein Kind volljährig wird, auszieht oder ich mein maximales Haushaltseinkommen übersteige? Bin ich dann weiterhin förderungsberechtigt?
Ja. Ihren Anspruch auf das Baukindergeld können Sie nur dann verlieren, wenn Sie die Selbstnutzung Ihres Wohneigentums durch Vermietung, Verkauf oder Verpachtung aufgeben. Dann müssen Sie die KfW sofort schriftlich darüber informieren. Ihre bis dahin erhaltenen Zuschüsse müssen Sie aber nicht zurückzahlen.

Sie möchten einen Neubau, ein Haus oder eine Wohnung kaufen und wissen nicht, ob Sie Baukindergeld beziehen dürfen? Unsere Berater überprüfen das gerne für Sie. Wir beraten Sie umfassend über die Baufinanzierung - auch über die Möglichkeiten der staatlichen Förderung. Damit Sie sich Ihren Traum von den eigenen vier Wänden erfüllen können!